Warum Sinologie in Tübingen studieren?

Eigentlich müsste die Frage lauten: Warum überhaupt Sinologie studieren? Warum Chinesisch lernen? Eine Sprache, deren Aussprache kaum ein Sinologiestudierender meistert. Viel Zeit aufwenden, um Schriftzeichen und Grammatik zu verinnerlichen und stets zu wiederholen – um dann doch immer wieder im chinesischen Alltagsleben zu scheitern. Das Ganze noch dazu an der Sinologie Tübingen: Wo die Sinologie-Studiengänge intensiver sind als an anderen deutschen Unis – viele Stunden Sprachkurs pro Woche, plus inhaltliche Kurse zu Politik, Gesellschaft, Geschichte und Literatur Chinas, nicht zu vergessen Klassisches Chinesisch oder auch Fachdidaktik für Lehramtstudierende. Warum sich dies alles also antun?

 

1. Das Institut

Wer weder Anonymität sucht noch in der großen Masse untergehen will, ist an der Tübinger Sinologie richtig. Das Institut für Sinologie ist relativ klein und schnell kennt man sich. Ältere Studierende helfen gerne und die Fachschaft Sinologie organisiert die legendären Sinopartys. Nicht nur unter den Studierenden, sondern auch zwischen Dozenten und Studierenden ist der Umgang sehr familiär: Probleme werden schnell und unkompliziert gelöst und die Dozenten haben immer ein offenes Ohr.

Gemeinsames Frühstück in der Sinologie
Gemeinsames Frühstück in der Sinologie

 

2. Vielfältige Möglichkeiten

Die Tübinger Sinologie hat das größte Angebot an sinologischen Studiengängen in ganz Deutschland: Einen normalen (dreijährigen) Bachelor, einen Lehramtsstudiengang, einen (vierjährigen) berufspraktischen Bachelor und Masterstudiengänge auf Englisch und Deutsch zum gegenwärtigen und vormodernen China. Das Wichtigste sind jedoch nicht die Studiengänge oder die vielfältigen Schwerpunkte der Dozenten, sondern die ausgezeichneten Möglichkeiten, Chinesisch vor Ort zu lernen und anzuwenden: Zum einen die Summer School an der National Taiwan University nach dem zweiten Semester und zum anderen der obligatorische Auslandsaufenthalt an der Peking Universität – der besten Uni Chinas.

 

3. Der Sprachunterricht

Grundlage für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit China, der chinesischen Geschichte, der Kultur und Gesellschaft Chinas etc. ist die chinesische Sprache. Der Sprachunterricht der an der Sinologie Tübingen ist der umfassendste in ganz Deutschland: Zwölf Stunden Unterricht in Chinesisch pro Woche drohen den Hauptfachstudierenden allein in den ersten zwei Semestern, hinzu kommen weitere Stunden, in denen darüber hinaus Zeichen, Aussprache und Grammatik erlernt werden – teils in Tutorien, teils im Selbststudium. Auch sind ab dem dritten Semester Kurse zum vormodernen Chinesisch ("Klassisches Chinesisch") verpflichtend.

In Tübingen Chinesisch zu lernen und Sinologie zu studieren ist kein Ponyhof, aber es macht Spaß. Jeder Tübinger Sinologiestudierende, der die ersten beiden Semester überlebt, bereut seine Entscheidung nicht: Der familiäre Umgang im Institut, die vielfältigen Möglichkeiten Chinesisch vor Ort zu lernen und der exzellente chinesische Sprachunterricht machen das Studium der Sinologie in Tübingen zu einer runden Sache.